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10.12.2018

Zahlen wir bald 8 Rappen mehr fürs Benzin?

Das ist nur die Spitze des Eisberges, denn es wird nun ernst mit den Klimazielen. Nicht nur Benzin wird teurer. Wenn der Bundesrat, wie im Artikel steht, die CO2 Abgabe auf Heizöl erhöhen will, wird die Preiserhöhung auf Heizöl dreimal höher ausfallen als beim Benzin.

Aber wir werden in Zukunft sowieso den Verbrauch von Heizöl massiv senken. Denn in allen Kantonen ist die Umsetzung der «Mustervorschriften der Kantone im Energieverbrauch» im Gange. Diese enthält neue Vorschriften zum Energieverbrauch in der Haustechnik. Basel Stadt hat bereits seit 2017 ein sehr strenges Energiegesetz, da darf beispielsweise keine einzige Kesselauswechslung ohne Bewilligung gemacht werden. Öl und Gas bedürfen Sondergenehmigungen wobei die meisten dieser Gesuche abgelehnt werden. Wo eine Wärmepumpe nicht möglich ist, gibt es nur Fernwärme. Doch so weit soll es bei uns nicht kommen.

Im Aargau soll per September 2019 ein neues Energiegesetz in Kraft treten, im Kanton Zürich im Jahr 2020. Beide Kantone wollen die Mustervorschriften weitgehend übernehmen. Diskutiert wird ab Inkraftsetzung beispielsweise:

  • Verbot von elektrischen Not- oder Zusatzheizungen sowie Ersatz von Elektroboilern
  • Heizkesselersatz Öl/Gas nur erlaubt wenn Gebäude GEAK Klasse D (max. 100 kWh/m2 p.a. in der Regel ab Baujahr 1991) entspricht oder mit Anteil erneuerbarer Energie
  • Im Aargau Sanierungspflicht von Elektroboilern und Elektroheizungen bis 2034
  • Fernwärme, wo es sie gibt, ist immer ok, denn sie wird grösstenteils aus erneuerbarer Energie hergestellt

Ein Schelm, der nun denkt seine Heizung vorher rasch zu ersetzen? Nicht unbedingt, lieber heute eine moderne Ölheizung als noch Jahre eine ineffiziente Russ-Schleuder zu betreiben. Und man sollte sich die Rechnung machen, was teurer kommt: In eine neue, ökologische Heizung investieren oder den Zwangsobolus hinnehmen und teure fossile Brennstoffe einkaufen? Das Gebäude sanieren oder aufgeben? Den Winter frieren oder in der Karibik verbringen? Immerhin liesse sich so eine CO2 Abgabe vermeiden, denn die Fluggesellschaften entrichten keine Mineralölsteuern.

Weil letztere Alternative bei den meisten nicht im Vordergrund steht, frohlockt die Baubranche: Sanierungen werden vorgeschrieben und sie werden aufwändiger. Ebenso anspruchsvoll werden auch die Beratungen, damit der Bauherr die richtigen Entscheide treffen kann: Nachhaltige Entscheidungen für das Portemonnaie und die Umwelt.

Spannend könnte die Entwicklung vom Erdgas sein: Die schweizerische Gasindustrie möchte den Anteil erneuerbarem Gas in den nächsten 22 Jahren auf 30% anheben. Dann wäre Erdgas so grün wie der Strom heute in Deutschland (oder in der Schweiz schon in der Nachkriegszeit). Die Kühe würden dann nicht mehr unsere Ozonschicht wegfurzen sondern das Methan direkt ins Gasnetz einspeisen. Das interessiert dann eine andere Generation.

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