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17.04.2018

Der Heizungsmarkt bewegt

Wie heizen Herr und Frau Schweizer? 90% der 1.5 Mio Gebäude verfügen über eine eigene Heizung, der Rest wird durch Fernwärme oder neuerdings ohne Energie betrieben. Heute heizen rund 10% mit Holz, 20% mit Erdgas, 20% mit Wärmepumpe und 40% mit Erdöl.

Dabei gibt es klare Trends: Wärmepumpen und Erdgas sind seit über 20 Jahren auf dem Vormarsch, Erdöl wird weniger eingesetzt. 50'000 Heizungen wurden jährlich ersetzt. Im Jahr 2017 waren davon 40% neue Wärmepumpen, 35% Erdgas- und noch 15% Erdölkessel. Der Trend setzt sich fort.

Erdöl ist out, das wissen wir. Interessant ist aber, dass sich Erdgas steigender Beliebtheit erfreut, wo doch oft argumentiert wird, dass man ungerne Gas im Haus hat und die Versorgungssicherheit gefährdet ist, wenn da plötzlich jemand ein paar tausend Kilometer ostwärts den Hahnen zudreht.

Weshalb erfreut sich die Wärmepumpe nicht noch stärkerer Beliebtheit, wo man doch von fossiler Energie wegkommen möchte? Es sind nach wie vor die höheren Anschaffungskosten und die günstigen Energiepreise, die unsere ökologischen Bemühungen nicht in Franken und Rappen auszahlen lassen.

Wäre die Wärmepumpe das ökologische non-plus-ultra? Nein. Ob wir nun unserem Energiedienstleister einen Ablass für Öko-Power bezahlen oder nicht, die elektrische Energie muss immer noch aufwändig erzeugt werden und das geht nicht ohne Umweltbeeinträchtigungen. Es gibt immer bessere und schlechtere Formen der Energiegewinnung und wir importieren teilweise den Strom: In Deutschland wird nach wie vor über ein Drittel des Stromes mit Kohlekraftwerken hergestellt.

Was wäre nun wirklich öko? Wenig Energie verbrauchen; gut isolieren, wenig heizen. Das russische Erdgas hat dabei nur einen unwesentlich schlechteren ökologischen Fussabdruck als der deutsche Strom. Immerhin braucht die moderne Wärmepumpe nur einen Viertel Energie. Noch cooler wäre die Sonne, die uns kostenlos Energie liefert, wenn es bei uns genug sonnig ist. Das bedingt aber Speichermöglichkeiten und gute Wärmedämmungen.

Was wäre nun vernünftig? Es kommt drauf an, beispielsweise auf die Möglichkeiten die das Haus bietet: Ist es einfach zu isolieren, lohnt es sich aufgrund der Perspektiven die der Baukörper gibt? Es kommt auch auf die Möglichkeiten an, die der Bauherr bietet: Kostensensitivität, Ökobewusstsein, Betriebssicherheit, Zeitschiene…

Wir realisieren, es braucht den pragmatischen Berater, der die richtigen Fragen stellt und rasch Aufwand und Ertrag von Lösungsansätzen erkennt. Wir sprechen dabei von den 1'350'000 Zentralheizungen in der Schweiz, über die man sich nicht für jede einzelne wochenlang den Kopf zerbrechen will, sondern geeignete Ansätze für eine sinnvolle Lösung sucht.

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