Lupe für die Suche
18.04.2018

Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser

Wer misst misst Mist – so ein altbekanntes Bonmot in der Gebäudetechnik und –automation. Wir messen Temperaturen, Wasserhärte, Luft- und Wasserqualität, Schall und vieles mehr. Und wer darin nicht genügend geübt ist erhält falsche Resultate. Daher ist es essentiell, dass man die Messgeräte richtig bedienen kann. Warum ist das nun so wichtig? Der erfahrene Haustechniker weiss, dass Theorie und Praxis oft weit auseinanderliegen. Und dass ein ganzes System kollabieren kann, wenn eine Kleinigkeit nicht in Ordnung ist.

Bis in die Antike glaubte man, die Erde sei eine Scheibe. Durch Messungen, Berechnungen, richtiges Kombinieren und Interpretieren gelang dem griechischen Mathematiker Eratosthenes im 3. Jahrhundert v. Chr. der Nachweis, dass die Erde rund ist – auch wenn er im errechneten Umfang um den Faktor 50 danebenlag. Die Exaktheit einer Messung ist oft nicht die Maxime. Aber immer ist Wissen und Interpretation von Messwerten entscheidend.

Funktioniert die thermische Desinfektion zur Verhinderung von Legionellen im Brauchwasserboiler? Wir nehmen es an, es ist ja so eingestellt dass täglich einmal das Wasser auf 62°C erhitzt wird. Ist das so? Wir wissen es nicht. Wir müssen 24 Stunden beobachten oder einmal messen und aufzeichnen.

Ist der Frostschutz im Kältekreislauf gewährleistet? Wir gehen davon aus, denn das Wasser wurde ja mit 30% Glykol gemischt. Tatsache ist jedoch, dass die Wirkung des Frostschutzmittels mit den Jahren nachlässt. Will man also sicher gehen, braucht es eine Messung.

Stimmt die Wasserqualität zu Hause? Wir zweifeln nicht daran. Denn die Wasserwerke messen akribisch genau alle erdenklichen Parameter des Trinkwassers. Kommt auch die gewünschte Qualität aus dem Wasserhahn? Inwiefern Geräte, Leitungen und Armaturen, vielleicht auch eine Enthärtungsanlage, zwischen Hauswasserzuleitung und Wasserhahn die Qualität verändern wissen wir aber nicht. Wir müssen glauben oder messen.

Beispiele wie diese gibt es in der Gebäudetechnik zuhauf. Eine Anlage kann gut geplant und gewissenhaft montiert werden. Gibt es jedoch bei der Inbetriebnahme eine Komplikation, die nicht auffällt, oder kommt es später zum Defekt, der unentdeckt bleibt, läuft die Anlage doch nicht so wie sie sollte.

Darum gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Eine Kontrollmessung kann unbezahlbar sein. Fordern auch Sie diese Gewissheit ein.

Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser

 

» zurück